Erfolg mit Geschichte und Zukunft

Es ist eine von den Geschichten, die das Leben nur selten schreibt. Und eigentlich klingt es fast wie eine gute Vorlage für einen oscarreifen Hollywood-Klassiker aus dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“... 

Es war Rudolf Leiners Vater, der im Jahr 1910 mit dem Kauf des Stammhauses am St. Pöltner Rathausplatz den Grundstein für das heutige Textil-Teppich-Möbel-Imperium Leiner setzte. Gemeinsam mit seiner Gattin Therese übernahm er das in diesem Haus befindliche Bettwarengeschäft des Ignaz Irlweck.

Das Leiner-Sortiment umfasste damals Bettfedern, Daunen, Matratzen, Decken, Tuchenten, aber auch schon Eisenmöbel. Die Spezialität des Hauses aber war die Bettfedernreinigung. Von Beginn an setzte Rudolf Leiner sen. auf intensive Werbung – zu dieser Zeit noch eine Seltenheit. Der erste Leiner-Katalog, eine 36-seitige Preisliste mit Illustrationen, erschien 1913/1914. Er übernahm auch das Markenzeichen seines Vorgängers Irlweck: die 3 Gänse. Bis heute sind sie – in geringfügig veränderter Form – das Logo der Leiner-Gruppe. Sie  repräsentieren, wie Insider wissen, die drei Töchter Rudolf Leiners und sind auch Symbol für Qualität, Beratung und das umfassende Service des Unternehmens.

Ende der zwanziger Jahre wurde das Sortiment um Tischler- und Tapeziermöbel aufgestockt: Ein Werbekatalog aus diesen Jahren preist neben Schlaf- und Speisezimmern auch Produkte aus dem Raumausstattungsbereich an – der Weg zum kompletten Einrichtungshaus beginnt, wie es noch heute der Produktphilosophie der Firma Leiner entspricht.

Mitten in die gute Geschäftsentwicklung platzte der Zweite Weltkrieg. Teile des Stammhauses wurden im Bombenhagel zerstört, Firmengründer Rudolf Leiner senior starb im Dezember 1940 im Alter von knapp 59 Jahren. Die Firma Leiner war – 30 Jahre nach der Gründung - am Tiefpunkt angelangt.
 

Der Wiederaufbau

Der einzige Sohn Rudolf Leiner war am 22. März 1913 geboren worden, hatte die Mittelschule in St. Pölten und später die Handelsakademie in Linz besucht. Praktische Erfahrung holte er sich in Salzburg, Graz und Innsbruck, wo er in Teppichhäusern und Weißwarengeschäften gegen geringe Bezahlung arbeitete. Diese Jahre der Ausbildung waren, laut eigener Aussage, sehr wichtig für den jungen aufstrebenden Menschen. Nach diesen „Volontärsjahren“ half Rudolf Leiner mit seinen drei Schwestern im elterlichen Betrieb. 1940 heiratete er seine Frieda, die er während seiner Schulzeit in Linz kennen und lieben gelernt hatte.

Erst im Februar 1946 konnte Rudolf Leiner aus sechsmonatiger Kriegsgefangenschaft in Amerika nach St. Pölten zurückkehren. Auch er mußte, wie alle Männer aus dieser Zeit, im Zweiten Weltkrieg dienen und diesen hautnah miterleben. Das Geschäft am Rathausplatz war einstweilen von seiner Mutter Therese, Gattin Frieda und Schwester Grete weitergeführt worden.

Drei Tage nach der Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft begann Rudolf Leiner mit dem Wiederaufbau der zerstörten Magazine und Werkstätten - eigenhändig und gemeinsam mit einem Hilfsarbeiter. Trotz aller Schwierigkeiten stellte er ein neues Sortiment auf die Beine – „es gab ja fast nichts“. Aber Einfallsreichtum und Flexibilität waren schon immer Rudolf Leiners Stärke. In der Wiederaufbauphase gab es aber trotzdem noch viele andere Hürden zu überwinden ...
 

Es musste weitergehen ...

Anfang der fünfziger Jahre wurde der erste Lieferwagen angekauft. Das Leiner Sortiment wurde in dieser Zeit ausgebaut. Schon Ende der vierziger Jahre begann man damit, Matratzen und Couchen fabrikmäßig zu erzeugen. Nach und nach konnte die Produktion auf 15 Mitarbeiter aufgestockt werden. Mitte der fünfziger Jahre war die Wiederaufbauphase überstanden. „Der Leiner“ hatte 40 Mitarbeiter, mehr als vor dem Krieg, an Verkaufsräumen und Lagerflächen standen insgesamt 2.500 Quadratmeter zur Verfügung.

An Ideenreichtum war Rudolf Leiner unschlagbar: Schon damals wurden den Kunden Teilzahlungssysteme und zinsenlose Kredite angeboten. Auch in puncto Werbung war er Pionier: Anfang der fünfziger Jahre kam der erste Leiner-Prospekt mit färbiger Titelseite heraus – damals eine Rarität! Das Sortiment war bereits vielseitig: Weißwaren, Buntwaren, Teppiche, Kinderwagen, Matratzen, Polstermöbel, Schlafzimmer und Küchenmöbel. Es waren zehn harte Jahre des Wiederaufbaus!
 

Das Erfolgsgeheimnis - Expansion

Schon damals hat Rudolf Leiner erkannt, dass man groß werden muss, um mit den Großeinkäufern am Markt konkurrieren zu können.

Der Startschuss für die Expansion fiel im Jahr 1954! Das Stammhaus wurde massiv erweitert und im Laufe der Jahre umgebaut. Im Jahr 1960 wurden dann in Wr. Neustadt und 1962 in Bruck die ersten Filialen gebaut. Der Kauf des Bekleidungshauses Esders in der Wiener Mariahilferstraße war vorerst eine riskante, aber wie sich später herausstellte, sehr gute Entscheidung. Der Einstieg in Wien war eine der schwersten Entscheidungen, so Herr Kommerzialrat Leiner. Es gab viele Kauf-Interessenten, darunter auch internationale Konkurrenz, und auch gegen den Einstieg der Deutschen in den österreichischen Möbelmarkt wollte man sich wehren.

Sechs Jahre hatte es gedauert, bis der Ausflug in die Bundeshauptstadt finanziell verkraftet war. Doch 1970 begann dann die nächste Expansionswelle. Wels, danach 1971 Linz. Dann Graz und Judenburg. In nur zwei Jahren hatte sich die Zahl der Leiner-Einrichtungshäuser verdoppelt.

Ein Besuch bei Leiner schaffte ein für damalige Verhältnisse neues Einkaufserlebnis. In einem der ersten großen Kaufhäuser, in dem es über mehrere Stockwerke verteilt alles zum Thema Wohnen gab, und als Attraktion „die Rolltreppe“, damals noch aus Holz! Alles unter einem Dach zu finden, das ersparte auch dem Kunden zusätzliche Wege und repräsentierte bereits in den siebziger Jahren das Gefühl eines „Shopping-Centers“.

Jedes erworbene Stück wurde liebevoll und fachgerecht im „Leiner-Papier“ verpackt.

Bis heute existieren insgesamt 17 Leiner-Einrichtungshäuser. 1976 eröffnete eine Filiale in der SCS, 1980 in Krems, 1984 in Steyr, 1989 in Salzburg. Im Jahre 1984 wurde die neue Leiner-Zentralverwaltung bezogen. Im gleichen Jahr wurde das neue Leiner-Zentrallager in St. Pölten-Spratzern gebaut. 1991 erfüllte sich Rudolf Leiner den Wunsch, den er schon in den 60er-Jahren hatte und errichtete in Amstetten ein Einkaufszentrum. 1995 folgten Tulln und Vöcklabruck. Mit der Übernahme der Möbelkette Michelfeit stockte Leiner seine Einrichtungshäuser schließlich auf 17 auf.
 

Die Zukunft

Die heutige Leiner- Familie umfasst eine große Zahl an Mitarbeitern die mit viel Freude, Erfolg und Stolz für die große Anzahl an treuen Leiner- Kunden stets gerne da sind.

Ziel und Vision des Familienunternehmens Leiner ist, jeden Kunden zum Stammkunden zu machen, der immer wieder gerne die familiäre Atmosphäre unserer Einrichtungshäuser sucht und sich wohl fühlt.

Das Traditionsunternehmen setzt, wie all die vielen Jahre davor, auch weiterhin auf ein umfassendes Kunden-Service, gut ausgebildetes Personal, Beratungskompetenz und persönliche Betreuung. Qualitativ hochwertige Produkte in allen Einrichtungsbereichen sowie gute Geschäftsbeziehungen zu den Lieferanten sind selbstverständlich.

Auch in der nunmehr 4. Generation behält Leiner den gewohnten soliden und traditionstreuen Kurs in Richtung Kundenzufriedenheit bei. Visionäres Denken führte Leiner immer schon an seine gewünschten Ziele. Weiterentwicklung und innovative Ideen bestimmen daher auch in Zukunft den Erfolg von Leiner!

„So wie an einer Freundschaft, muss man auch stetig am Erfolg arbeiten“ - in diesem Sinn blickt die Leiner Geschäftsleitung mit den besten Ambitionen und viel Kraft in die Zukunft, und setzt auch weiterhin auf ein gutes „fair play“ zwischen dem Unternehmen, den Kunden und allen Lieferanten.
 

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